Die Anwendung von Haarseife bedarf ein wenig Geduld

Unterschiede zwischen Haarseife und festem Shampoo

Die Nachfrage von festen Pflegeprodukten boomt. Eine Frage, die sich Anwenderinnen und Anwender bei der Nutzung von diesen jedoch häufig stellen: Haarseife oder festes Shampoo – Wo liegt der Unterschied?

Das Angebot an festen Haut- und Haarpflegeprodukten steigt und damit auch die Palette der unterschiedlichen Produkttypen. Das wachsende Interesse und Angebot der meist verpackungsfreien Alternativen führt jedoch auch zu Verwirrung; für Anwenderinnen und Anwender ist es deshalb gar nicht so einfach den Überblick im Produkt-Dschungel zu behalten und die richtige Pflege für sich zu finden. Gerade bei der Haarpflege fallen die Ansprüche an das bevorzugte Produkt sehr unterschiedlich aus. Pflege für lockiges, glattes, langes, kurzes, leicht fettendes oder trockenes Haar: Die Bedürfnisse unseres Schopfes gehen weit auseinander.

Eines jedoch vorweg: Allzwecklösungen gibt es wie so oft nicht. Was unsere Haare brauchen, kann sich beispielsweise von Jahreszeit zu Jahreszeit unterscheiden. Auch eignet sich nicht grundsätzlich Haarseife oder festes Shampoo für den ein oder anderen Haartyp besser. Vielmehr sollten Anwenderinnen und Anwender achtsam bei den Bedürfnissen ihrer Haare sein und die Pflege dementsprechend anpassen. Um sich besser zurechtzufinden, werden im folgenden Text einige Unterschiede zwischen Haarseife und festem Shampoo erläutert und verglichen.

Haarseife und ihr pH-Wert

Wie der Name schon verrät, ist eine Haarseife eine Seife für die Haare. Sie besitzt wie die meisten Seifen einen basischen pH-Wert, der durch Überfettung mit zusätzlichen Fetten und Ölen oder einer geringeren Menge Natronlauge für die Bedürfnisse der Haut angepasst werden kann und diese vor dem Austrocknen schützt. Die überschüssigen Fette werden somit nicht verseift und pflegen die Haut. Doch auch die Lagerdauer beziehungsweise die Reifezeit einer Seife hat Einfluss auf den pH-Wert, dieser sinkt nämlich mit der Zeit. Zudem beeinflusst die Herstellungsart, also ob eine Seife heiß- oder kaltgesiedet wird, den pH-Wert.

Je nachdem, ob man aktuell oder generell eher zu fettigen oder trockenen Haaren neigt, sollten Anwenderinnen und Anwender eine Haarseife mit entsprechend höherer oder niedrigerer Überfettung wählen. Naturseifen, die für die Haarpflege vorgesehen sind, besitzen so zum Beispiel eine relativ geringe Überfettung von einem bis vier Prozent. Somit werden die Haare nicht unnötig beschwert. Allgemein wird Haarseife nachgesagt, dass sie feinem Haar mehr Volumen verschafft.

Bier-Haarseife aus dem Natural Pure Solids Shop ist anders anzuwenden als festes Shampoo.
Die Bier-Haarseife von Natural Pure Solids besitzt einen Überfettungsanteil von drei Prozent.

Augen auf bei der richtigen Haarpflege

Natural Pure Solids bietet so zum Beispiel aktuell acht unterschiedliche Haarseifen an, für jede einzelne wird in der Produktbeschreibung der jeweilige Überfettungsanteil angegeben. Bei industriell hergestellter Flüssigseife oder sogenannten pH-hautneutralen Waschstücken, die wie ein Stück Seife aussehen, geschieht dies meist mit der Zugabe eines synthetischen Tensids, das häufig aus Erdöl sowie Palm- oder Kokosöl hergestellt wird.

Haarseifen stehen im Ruf während der Nutzung weniger zu schäumen als feste Shampoos, das ist jedoch ganz abhängig von den enthaltenen Inhaltsstoffen. So sorgt beispielsweise Rizinusöl für mehr Schaum.

Feste Shampoos: hautneutral bis leicht basisch

Flüssiges Shampoo besitzt einen Wasseranteil bis zu 90 Prozent, das macht es anfällig für Keime. Deshalb müssen diesem Konservierungsstoffe hinzugefügt werden. Festes Shampoo dagegen enthält, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Wasseranteil, um die Masse formbar zu machen. Daher ist das feste Shampoo selbstkonservierend.

So wird ein festes Shampoo ebenfalls aus natürlichen oder synthetischen Tensiden und pflegenden sowie glättenden Zusätzen hergestellt. Der pH-Wert von festem Shampoo ist hautneutral bis leicht basisch. Somit ist es direkt auf den pH-Wert der Kopfhaut angepasst. So trocknen die Haare weder aus, noch werden sie fettig. Anders als Seife wird das feste Shampoo nicht gesiedet, sondern in Form gepresst.

Shampoos reinigen die Haare mit Tensiden, die, wie bereits erwähnt, auch in Flüssigseife und den sogenannten Waschstücken Verwendung finden. Natural Pure Solids verwendet dafür beispielsweise das Tensid SCI (Sodium Cocoyl Isethionate, auch Babyschaum genannt). Dabei kommt eine Formel aus Bio-Kakaobutter, Glycerin und Natriumlaktat zum Einsatz. Das pflanzliche Glycerin bindet das Wasser, Natriumlaktat dagegen senkt den pH-Wert und reguliert den Säureschutzmantel der Haut.

Shampoo Bar Intensiv Repair Sandelholz Orange von Natural Pure Solids.
Das Intensiv Repair Shampoo Sandelholz – Orange enthält Bio-Arganöl, Bio-Kokosöl und Weizenkeimöl.

Die richtige Anwendung von Haarseife

Über die Anwendung von Haarseife haben wir einen ausführlichen Artikel veröffentlicht. Darin erläutern wir, dass durch die Überfettung der Haarseife häufig die Annahme folgt, sie würde die Haare stumpf und strähnig machen. Dementsprechend haben wir auch einige Möglichkeiten vorgestellt, strähnigem und fettigem Haar entgegenzuwirken. So dauert die Haarwäsche wegen des zusätzlichen Ausspülens länger als mit einem Shampoo. Bei einigen Haarseifen empfiehlt sich nach der Anwendung eine sogenannte „Saure Rinse“, also ein Ausspülen der Haare mit etwa einem Liter gefiltertem Wasser und einem Esslöffel Apfelessig. In Regionen mit besonders kalkhaltigem Wasser kann es zudem passieren, dass sich bei der Anwendung von Haarseife sogenannte Kalkseife bildet. Diese bleibt als Rückstände in den Haaren zurück.

In der Haarseife befinden sich überwiegend pflanzliche Öle, einige Hersteller – so auch Natural Pure Solids – achten zudem darauf, dass ihre Produkte vegan und palmölfrei sind. Wenn sie zusätzlich handgesiedet sind, enthalten sie durch das Niedrigtemperaturverfahren auch noch alle wertvollen Begleitstoffe der pflanzlichen Öle.

Weniger Aufwand mit festen Shampoos

Wer es schnell, bequem aber dennoch umweltfreundlich haben möchte, greift zu festen Shampoos aus nachhaltig produzierten Pflanzentensiden. Vor allem für Einsteigerinnen und Einsteiger in die verpackungsfreie Welt ist die Verwendung von festem Shampoo ein guter Start. Dabei sollten sie jedoch darauf achten, dass darin kein Mikroplastik oder eventuell umweltschädliche Tenside enthalten sind.

Ein zusätzlicher Faktor für die Wirksamkeit und Verträglichkeit eines festen Shampoos sind die enthaltenen Duftstoffe. Naturreine ätherische Öle verleihen Pflegeprodukten einen angenehmen Duft und bringen bei gezieltem Einsatz gewisse Vorteile mit sich. Parfums und künstliche Duftmischungen dagegen riechen lediglich gut, besondere Pflegeeigenschaften bringen sie für die Haare jedoch nicht mit.

Haarpflege: Die Abwechslung macht’s

Obwohl es einige Unterschiede gibt, müssen sich Anwenderinnen und Anwender nicht zwangsläufig zwischen Haarseife oder festem Shampoo entscheiden. Auch wenn die Haarseife in der Anwendung etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, bringt sie in Bezug auf ihre Inhaltsstoffe, besonders wenn sie kaltgesiedet wurde, gewisse Vorteile mit sich. Das Shampoo ist einfacher anzuwenden, jedoch sollten Nutzerinnen und Nutzer einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Wer nachhaltige und natürliche Produkte verwenden möchte, sollte dies aber ohnehin tun. Ansonsten können beide Produkte auch im Wechsel verwendet werden je nach Tagesform, abhängig von der Frisur, dem Wetter oder bestimmter Aktivitäten. Zudem profitieren die Haare von einem regelmäßigen Wechsel der Pflegeprodukte. Dieser kann abhängig von den Jahreszeiten oder den aktuellen sowie variierenden Haarproblemen erfolgen.

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