Koriander Pflanze Blüte

Pflanze des Monats – Koriander

Eines der ältesten Küchenkräuter, das nicht jedermanns Geschmack trifft, ist in der Naturheilkunde jedoch vielseitig einsetzbar.

Erfolgsgeschichte des Korianders

Der Echte Koriander stammt ursprünglich aus Kleinasien, ist als Gewürz und Heilpflanze jedoch schon seit Jahrtausenden auch in China und Indien bekannt. In der Antike nannten die Alten Ägypter das Kraut wegen seines Geruchs Koriandron, da „Koris“ Wanze bedeutet. Uralte Tontafeln überliefern, dass das Kraut schon vor 5000 Jahren in den Palastgärten eines babylonischen Königs wuchs. Zu dem wurde der Koriander von diesen so geschätzt, dass es als Grabbeigabe verwendet wurde, so beispielsweise auch bei der Beisetzung des berühmten Pharaos Tutanchamun.

Gewürz und Heilpflanze mit vielen Namen

Botanik

Der echte Koriander oder auch Coriandrum Sativum ist eine grüne Kräuterpflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler. Er wächst einjährig und wird auch Gewürzkoriander, Wanzenkraut, Indische Petersilie oder Stinkdill genannt. Er wächst bis zu 70cm hoch und hat einen gestreiften Stängel, weiße Blüten sowie pfefferkorngroße, runde, hohle Früchte. Die Blütezeit ist von Juni bis August.

Inhaltsstoffe

Das im Samen enthaltenen ätherische Öl besteht zu über 60% aus dem Wirkstoff Linalool, der auch verantwortlich für das frisch würzige Aroma ist. Weitere Bestandteile sind Cumarine, Triterpene, Kaffeesäurederivate, fettes Öl, Flavonoide und Proteine. Zu Heilwirkungen auf unseren Organismus gibt es bereits mehrere Studien, so wirken diese Inhaltsstoffe unter anderem immunsystemstimulierend, antioxidativ, antibakteriell, entkrampfend und beruhigend.

Innere Anwendung

Beruhigt die Verdauung

In der Naturheilkunde ist der Koriander als Heilkraut bekannt, wird hierfür heute jedoch nur noch selten verwendet. In mittelalterlichen Kräuterbüchern wird das Kraut als Magenstärkungsmittel, für Wurmkuren, zur Steigerung der Fruchtbarkeit oder gegen Menstruationsstörungen empfohlen. Heutzutage findet es in der traditionellen Medizin Indiens und Irans Verwendung und soll bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und bei Schlaflosigkeit helfen. Auch bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden kann Koriander Wirkung zeigen.

Starker Gegner für Bakterien

Studien zeigen ebenfalls eine Wirksamkeit in der Vorbeugung und begleitender Therapie von Diabetes. Die enthaltenen Carotinoide aus den Samen des Korianders lassen den Insulingehalt im Blut ansteigen.1 Das im Koriander enthaltene Öl wirkt stark antibakteriell, da es die Zellmembran von Bakterien beschädigt und dies daraufhin zum Zelltod führt.2 Nachgewiesen ist dies auch bei Bakterien wie Klebsiella, Staphylococcus aureus und sogar bei Salmonellen.3

Korianderöl – Helfer für Haut, Kopfhaut und Haar

Aktuelle Forschungen zeigen, dass die in den Blättern enthaltenen Flavonoide gegen Akne, Schuppen und sogar bestimmten Brusttumorzellen Wirkung zeigen können.4 Da Koriander reich an Vitamin C ist, kann es in der Anwendung auf der Haut die Bildung von Collagen und Elastin fördern und bei müder und fahl aussehender Haut helfen. Dies kann auch gegen sichtbare Mitesser wirken. Die antioxidative Wirkung des Krauts kann auch bei Wundbehandlungen zum Tragen kommen.

Die treibende Kraft in unserem neuen Body Scrub

Für unseren Body Scrub Koriander mahlen wir Bio-Koriandersamen frisch für die mechanische Peelingwirkung und um gleichzeitig eine möglichst intensive Entfaltung der ätherischen Öle zu erhalten. So wird die Durchblutung der Haut gesteigert und die Hauterneuerung angeregt. Die obere Hornschicht der Haut, die aus abgestorbenen, keratinhaltigen Hornzellen und Zellresten besteht, wird abgetragen. Danach können pflegende Wirkstoffe leichter in die Haut eindringen. Zudem kommt noch die Wirkung der ätherischen Öle der Koriandersamen und ergänzt sich mit der Kraft von Teebaumöl und Patchouli.

Kein Mikroplastik

Koriandersamen sind eine umweltfreundliche Alternative zu Mikroplastik, das leider immer noch in konventionellen Peelings Verwendung findet. Nach dem Abspülen des Produkts gelangt es in unser Grundwasser, von dort in die Meere und letztendlich in den Nahrungskreislauf. Auch die Belastung für Mensch, Tier und Umwelt von chemischen Peelings in Plastiktuben oder Sugar Scrubs in Tiegeln ist hinreichend bekannt.

In handgemachter Naturkosmetik werden oft Peelingkörper wie Olivensteine oder Walnussschalen verwendet. Diese sind jedoch scharfkantig und können die Haut verletzen. Mandelmehl, Haferflocken und Mohnsamen hingegen sind zwar sanfter, haben aber wenig Wirkung im Abtragen der Hautpartikel.

Duft und Wirkung

Der Duft der Korianderblätter unterscheidet sich deutlich von dem der Samen. Die in den Samen enthaltenen ätherischen Öle sorgen für einen angenehmen Geruch, der erst nach dem Trocknen richtig zur Geltung kommt. Um das Aroma optimal zu entfalten, werden die Samen, genau wie in unserem Body-Scrub, im Mörser gemahlen. Es wird ein warmes mildes Aroma verströmt, das als nussigwürzig beschrieben wird. Unser erster Gedanke, nachdem wir an den frisch gemahlenen Samen gerochen haben, war das vertraute und heimische Gefühl, weil es uns an das frisch gebackene Sauerteigbrot von Oma erinnerte.

Aromatherapie

Der belebende Duft des Korianders sorgt für einen klaren Geist. Er wirkt auf unseren Körper reinigend und erdend. In der Aromatherapie wird das Öl bei Ermüdung und Angststörungen eingesetzt. Korianderblätter haben ein sehr intensives Aroma, welches als erfrischend mit leichter Zitrusnote und teilweise salbeiartig beschrieben wird. Einige verbinden den Geruch der grünen Pflanze mit dem von Seife. Dies liegt an den im Koriander enthaltenen Aldehyde, die in ähnlicher Form in Seifen vorkommen können.

Koriander – die exotische Petersilie

Heutzutage ist der Koriander vorrangig in der asiatischen und südamerikanischen Küche zu finden und wird in Indien wie hier die Petersilie verwendet. Die grünen Blätter und Stengel, Wurzeln und Samen kommen zum Einsatz um traditionelle Gerichte, aber auch die neue asiatisch inspirierte Fusionkitchen abzurunden. Aus den Wurzeln werden häufig Pasten für thailändische und vietnamesische Gerichte hergestellt. So ist Koriander häufig in Currys, zu Fisch und Fleisch, aber auch als Topping für Bowls zu finden.


Quellen:

1Rajeshwari, C. U./Andallu, B.: Oxidative stress in NIDDM patients: influence of coriander (Coriandrum sativum) seeds, in: Research Journal of Pharmaceutical, Biological and Chemical Sciences, 2 (2011), S. 31-41.

2Silva, F. et al.: Coriander (Coriandrum sativum L.) essential oil: its antibacterial activity and mode of action evaluated by flow cytometry, in: Journal of Medical Microbiology, 60 (2011), S. 1479-86.

3Suganya, S. et al: Antibacterial activity of essential oil extract from Coriandrum sativam (L.) and GC-MS analysis, in: Journal of Chemical and Pharmaceutical Research, 4 (2012), S.1846-1850.

4Sathishkumar, P. et al.: Anti-acne, anti-dandruff and anti-breast cancer efficacy of green synthesised silver nanoparticles using Coriandrum sativum leaf extract, in: Journal of Photochemistry and Photobiology, 163 (2016), S. 69-76.

Text: Franziska Bohland, Rebekka Kratz

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