Öl für die Hautpflege
Wer kennt diese Situation nicht: Man verwendet gute Pflanzenöle pur und dann ziehen sie nicht in die Haut ein, sondern bleiben fettig auf der obersten Hautschicht liegen. Im ungünstigsten Fall spannt die Haut darunter auch noch. Um diese Situation zu vermeiden, ist es hilfreich zu wissen, welche Öle sich zu welchem Zweck eignen.
Pflegende Öle und Einzugsverhalten
Basierend auf ihrem Anteil an ungesättigten Fettsäuren werden die pflanzlichen Öle in Kategorien eingeteilt.
- Trockene oder trocknende Öle: (z. B. Arganöl, Traubenkernöl, Distelöl). Sie ziehen extrem schnell ein und hinterlassen kaum eine Spur.
- Nicht-trocknende Öle (z. B. Kokosöl, Rizinusöl, Olivenöl). Sie bleiben lange auf Haut und Haarlängen, teilweise über mehrere Wäschen, und bilden einen lang anhaltenden Schutzfilm.
- Halbtrocknende Öle (z. B. Jojobaöl, Mandelöl, Sesamöl): Ziehen moderat schnell ein und hinterlassen einen leichten, nicht fettenden Film auf der Haut.
Jojobaöl gehört zu den halbtrocknenden Ölen.

Unterschiede und Qualität bei Jojobaöl
Der Unterschied zwischen goldenem Jojobaöl und Jojobaöl liegt hauptsächlich in der Verarbeitung und Reinheit des Öls:
Goldenes Jojobaöl
Es wird direkt durch Kaltpressung der Jojobasamen gewonnen und anschließend lediglich gefiltert. Somit ist es naturbelassen und hat Rohkostqualität.
Die Farbe ist charakteristisch goldgelb. Daher die Namensgebung “golden”, deren Ursprung die natürlichen Carotinoide sind.
Der natürliche Duft ist leicht nussig und die Inhaltsstoffe sind in ihrem gesamten Spektrum erhalten. Dazu gehören Antioxidantien, Fettsäuren und Vitamine (insbesondere Vitamin E).
Das goldene Jojobaöl ist besonders hautverträglich und daher auch für die empfindlichste Haut geeignet.
Raffiniertes (klares) Jojobaöl

Nach der Pressung wird es raffiniert, um Farbstoffe, Gerüche und Schwebstoffe zu entfernen. Es ist somit ein weiterverarbeitetes Öl und nicht mehr naturbelassen.
Die Farbe ist transparent bis hellgelb, da Carotinoide und andere natürlichen Farbstoffe entfernt wurden. Das Öl ist jetzt geruchsneutral und besonders für industrielle Produkte geeignet, die mit Parfum beduftet werden. Die Inhaltsstoffe haben sich auf die stabilen Wachsester und Fettsäuren reduziert.
Durch das Verfahren wird das Öl für eine sehr lange Zeit haltbar.
Welches ist besser?
- Goldenes Jojobaöl ist die bessere Wahl für Naturkosmetik, Hautpflege und pure Anwendungen, da es mehr natürliche Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
- Raffiniertes Jojobaöl eignet sich besonders für industrielle Kosmetikprodukte, die lange Zeit in Regalen überstehen müssen.
Herkunft der Jojobapflanze (Simmondsia chinensis)
Jojobaöl wird aus den Samen der Jojobapflanze (Simmondsia chinensis) gewonnen, die ursprünglich in den trockenen Regionen Nordamerikas beheimatet ist. Heute wird die Pflanze vor allem in den USA, Mexiko, Argentinien, Israel und Australien angebaut. Die Pflanze ist besonders an trockene Klimazonen angepasst und überlebt mit sehr wenig Wasser.

Besonderheit von Jojobaöl
Jojobaöl ist gar kein Öl sondern Wachs
Jojobaöl wird durch Kaltpressung der Samen gewonnen. Da es sich chemisch nicht um ein klassisches Öl, sondern um ein flüssiges Wachs handelt, bleibt es auch bei niedrigen Temperaturen flüssig und hat eine sehr lange Haltbarkeit. Nach der Pressung wird das Öl in der Regel gefiltert, um Rückstände zu entfernen. Es kann auch raffiniert werden, um eine farblose, geruchlose Variante zu erhalten, die besonders für kosmetische Zwecke genutzt wird.
Chemische Zusammensetzung
Jojobaöl hat eine einzigartige Struktur, die der des in unserer menschlichen Haut produzierten Talgs ähnelt. Das macht es besonders verträglich für jeden Hauttyp. Es besteht aus:
Wachsester (ca. 97%): Sie enthalten langkettige Fettsäuren und Fettsäurealkohole, die für die hohe Stabilität und pflegenden Eigenschaften verantwortlich sind.
Fettsäuren:
- Gadoleinsäure – ca. 65%
- Erucasäure – ca. 15%
- Ölsäure – ca. 10%
- Nervosäure – ca. 2 %
- Palmitinsäure – ca.1 %
Vitamine: Enthält Vitamin E (Tocopherole), das eine gestörte Hautbarriere wieder ins Gleichgewicht bringt, das Feuchthaltevermögen der Haut verbessert und sie schützt.
Mineralstoffe: Spurenelemente, die hautpflegend wirken.
Jojobaöl für die Haut- und Haarpflege


Dank seiner einzigartigen Zusammensetzung ist Jojobaöl ein besonders vielseitiges und wertvolles Pflegeprodukt:
Hautpflege:
- Reguliert die Talgproduktion und eignet sich somit für fettige und trockene Haut.
- Wirkt feuchtigkeitsspendend und nicht komedogen (verstopft nicht die Poren).
- Bildet einen schützenden, nicht fettenden Schutzfilm auf der Haut.
Body Butter und Body Scrub mit Jojobaöl


Zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten:
- Als Basisöl für Massage- und Körperöle.
- In Naturseifen stabilisiert es andere Pflanzenöle und schützt besonders trockene und barrieregestörte Haut. Die Haut fühlt sich besonders weich an durch den Zusatz von Jojobaöl.
- In Naturkosmetik aufgrund seiner stabilen, oxidationsbeständigen Eigenschaften. Hersteller schätzten die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten des goldenen Jojobaöls.
Duschseife und Gesichtsseife mit Jojobaöl


Gesunde Kopfhaut und geschmeidige Haare
Jojobaöl ist auch ein besonders vielseitiges Haarpflegeöl, das für verschiedene Haartypen geeignet ist. Durch die besondere chemische Zusammensetzung hat es einige einzigartige Vorteile auch für die Haare:
Haarpflege:
- Jojobaöl reguliert die überschießende Talgproduktion bei fettigen Haaren. Es eignet sich sowohl für trockene als auch für fettige Kopfhaut, da es das natürliche Gleichgewicht der Kopfhaut und damit das gesunde Haarwachstum unterstützt.
- Als natürlicher Conditioner in Haarpflegeprodukten wie Shampoos oder Haarkuren zieht das Öl gut in die Haarstruktur ein, ohne Rückstände zu hinterlassen. Es bildet eine leichte, schützende Schicht auf dem Haar, die Feuchtigkeit speichert und Frizz reduziert.
- Stärkt das Haar und beugt Haarbruch vor. Durch die im Jojobaöl enthaltenden Fettsäuren und Vitamine wird die gesamte Haarstruktur gestärkt. Es verhindert Spliss, indem es die Haarspitzen mit Nährstoffen versorgt und geschmeidig hält.

Haut- und Haarpflege meets Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit des Jojoba-Anbaus
In Zeiten des Klimawandels ist es wichtig vielseitige und ausdauernde Pflanzen anzubauen, die wenig bis gar keine Ressourcen verbrauchen. Der Anbau von Jojobaöl gilt als nachhaltig, insbesondere im Vergleich zu anderen Ölpflanzen wie Palmöl oder Soja. Hier sind die wichtigsten positiven Aspekte:
Wasserbedarf & Trockenheitstoleranz
- Die Jojobapflanze ist an trockene Wüstenregionen angepasst und benötigt wenig Wasser im Vergleich zu anderen Ölpflanzen.
- Sie kann mit minimaler Bewässerung gedeihen und ist daher in Wüstengebieten und sehr trockenen Gebieten eine nachhaltige Alternative zu wasserintensiveren Kulturen.
Boden- und Umweltfreundlichkeit
- Jojoba ist mehrjährig (bis zu 100 Jahre Lebensdauer) und verhindert Bodenerosion in Wüstengebieten.
- Die Pflanze benötigt keine intensive Düngung oder Pestizide, was die Umweltbelastung reduziert.
- Jojoba ist ein Tiefwurzler und trägt damit zur Verbesserung der Bodenstruktur bei und verhindert Wüstenbildung.
CO₂-Bindung & Biodiversität
- Jojobasträucher nehmen CO₂ auf und tragen zur Kohlenstoffspeicherung bei.
- In einigen Regionen wird Jojoba zur Wiederaufforstung von Wüstengebieten verwendet, da es karge Böden stabilisiert.
Kein Konkurrenzprodukt zur Nahrungsmittelproduktion
- Jojoba ist keine essbare Pflanze und konkurriert daher nicht mit wichtigen Nahrungsmittelressourcen wie Soja oder Palmöl.
- Dadurch gibt es keine Flächenkonkurrenz mit Nahrungsmittelanbau.

Quellen:
Text: NaturalPureSolids
Bilder: Canva, NaturalPureSolids, Tima Miroshnichenko, Alesia Kozik (via Pexels)