Babassuöl und Kokosöl in Haarseife 14.11.2018

Babassuöl und Kokosöl in Haarseife
Babassuöl oder/und Kokosöl?

Babassuöl

Herkunft und Nutzung der Babassupalme

Die Babassupalme ist eine in der Amazonasregion beheimatete Palme, die ihre Nutzung zum großen Teil in natürlichen Beständen hat als im Anbau großer Plantagen. Die natürlichen Ressourcen werden gefördert und von regionalen Familienverbänden geernetet. Junge, dichte Populationen werden durch die Ernte von Palmenherzen ausgedünnt, da die Palmen absterben, ebenso wie ältere und rein männliche Flächen.

Die Arbeit der Frauen spielt hier eine wichtige und traditionelle Rolle. Sie werden Quebradeiras (Sammlerin der Babassunuss) genannt und sammeln in den Wäldern die herabgefallenen Nüsse ein, die etwa faustgroß und in Dolden an den Palmen gewachsen sind. Aus den Kernen machen sie Seife oder Öl, das zur Hautpflege oder zum Braten verwendet wird. Die harte Schale wird zu Holzkohle und die dünne weiße Schicht dazwischen ergibt getrocknet und gemahlen ein Mehl, aus dem die Frauen Brot backen. Sie bewahren es in Körben auf, die sie aus den Palmwedeln der Babassu flechten – genau wie die Dächer für ihre Häuser. Es gibt auch wenige Männer, die die Nüsse sammeln und knacken, das ist historisch gewachsen.

Die Industrie verwandelt große Flächen Land in Brasilien in Monokulturen für Eukalytus, Teak, Bambus oder Soja. Dort gelten immerhin einigermaßen strenge Regeln zum Schutz der Natur, aber im Nordosten sind die Wälder nicht so dicht und prächtig, dass sie auf den ersten Blick erhaltenswert scheinen. Daher werden reihenweise Babassu abgeholzt oder durch Zäune abgesperrt. Die Zahl der sehr widerstandsfähigen Babassupalme, sinkt zwar nicht jedoch werden die Palmen immer schwerer für die Frauen zugänglich und sind weiter von ihren Ansiedlungen entfernt.

Babassuöl wird durch die o.g. Umstände als nicht besonders gewinnbringend eingeschätzt und ist ein vielfaches teurer als Kokosöl.

Zusammensetzung der Fettsäuren von Babassuöl

Laurinsäure 35 - 55 %
Myristinsäure 9 - 27 %
Oleinsäure 9 - 26 %
Palmitinsäure 5 - 11%
Caprylsäure 3 - 12 %
Caprinsäure 3 - 7 %
Stearinsäure 2,5 - 5 %
Linolsäure 1,5 - 3,5 %

Kokosöl

Die Kokospalme bietet allen Bewohnern in tropischen Küstenregionen eine sehr gute Nahrungs- und Rohstoffquelle und erlebt seit Jahren auch bei uns einen Hype in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Im Gegensatz zur Babassupalme wird die Kokospalme schon seit 3000 Jahren angebaut und genutzt. Sie wird im gesamten Tropengürtel Asiens, Indiens, Afrikas und Südamerikas kultiviert. Der Anbau von Kokospalmen wird bisher von Kleinbauern bestimmt jedoch wird der Preis für Kokosnüsse und Kokosprodukte von großen Handelskonzerne und ihren Abnehmern bestimmt. Die Bauern haben das Nachsehen und die Konsequenz ist eine Beschäftigung von einer Vielzahl von Tagelöhnern, die so ihrer Armut nicht entrinnen können.

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Zusammensetzung der Fettsäuren von Kokosöl

Laurinsäure 44 - 52 %
Myristinsäure 17 - 21 %
Oleinsäure 5 - 8 %
Palmitinsäure 8 – 11 %
Caprylsäure 5 -9 %
Caprinsäure 6 - 10 %
Stearinsäure 1 - 3 %
Linolsäure 1 – 2,5 %


Unterschiede zwischen Babassuöl und Kokosöl für Naturseife

Beide Fette sind Schaumfette und somit für die Herstellung von Seifen besonders wertvoll.

Beide Fette werden auch für die Hautpflege und Haarpflege verwendet und empfohlen.

Die Zusammensetzung der Fette ähnlich, aber nicht identisch. Der Gehalt der Laurinsäure ist bei Babassuöl etwas höher angesiedelt und macht sich in einer mikrobiellen und antiviralen Wirkung bemerkbar.

Typisch ist jedoch das Schmelzverhalten und das Einzugsverhalten von Babassuöl bei Haut und Haaren: Bei Hautkontakt schmilzt es sofort und erzeugt ein weiches, seidiges Gefühl, verteilt sich ausgezeichnet und zieht schnell, jedoch nicht tief in die Haut ein. Es hat zusätzlich feuchtigketisspendende Eigenschaften und wirkt angenehm kühlend und erhöht den Selbstschutz der Haut. Bei Hautproblemen wie Neurodermitis, Ekzemen, juckender Kopfhaut und kleinen Entzündungen sind diese Eigenschaften besonders hilfreich.

Durch seine Vielseitigkeit ist es dementsprechend flexibel einsetzbar. So zum Beispiel bei trockener Haut, aber auch aufgrund seines antimikrobiellen und kühlenden Effekts bei fettiger Haut und Kopfhaut.

Kokosöl wird die intensivere reinigende Wirkung nachgesagt. Wir ergänzen das Kokosöl in den meisten Produkten daher mit Kokosmilch.

Wir verwenden beide Öle aus kontrolliert biologischem Anbau in unseren handgefertigten Produkten und bieten ausgewogene Mischungen in den Rezepturen sowie spezielle Produkte für individuelle Bedürfnisse.